Security Alert · Cyberangriff

BSI: Angriffe auf Kühlanlagen jetzt auch in deutschen Supermärkten

!Risiko hochVeröffentlicht Aktualisiert
Risikostufe
Hoch
Kategorie
Cyberangriff
Betroffene Systeme
Betreiber von Kühl- und kleinen Steuerungsanlagen mit Fernüberwachung (Lebensmittelhandel, Gastronomie, Lebensmittelproduktion)
Betriebe mit vernetzten Solar-, Heizungs- oder Gebäudesteuerungen
Abhilfe verfügbar
Kein einzelnes Update: Steuerungen vom Internet trennen, Fernwartung nur per VPN mit MFA, Zugangsdaten und Firmware absichern
Quelle
BSI, BSI-Cybersicherheitsempfehlung BSI-CS 154

Was ist passiert?

Das BSI meldet IT-Sicherheitsvorfälle bei einzelnen Supermärkten in Deutschland und in zahlreichen weiteren europäischen Ländern. Unbefugte haben dabei über das Internet erreichbare Steuerungen von Kühlanlagen manipuliert; in einigen Fällen mussten Lebensmittel vernichtet werden. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist laut BSI nicht gefährdet. Bereits Anfang Oktober 2026 hatte es vergleichbare Vorfälle unter anderem in Frankreich gegeben.

Die Steuerungen waren direkt aus dem Internet erreichbar. Als häufige Einfallstore nennt das BSI fehlende Abschottung, Standard- oder schwache Zugangsdaten und fehlende Updates. Ein reiner Passwortschutz reicht laut BSI nicht, weil Schwachstellen teils ohne Anmeldung ausnutzbar sind.

Wer ist betroffen?

Betreiber von Kühl- und anderen kleinen Steuerungsanlagen, die per Fernzugriff überwacht werden: Lebensmittelhandel, Gastronomie, Lebensmittelproduktion, aber auch Betriebe mit vernetzten Solar-, Heizungs- oder Gebäudesteuerungen.

Wie hoch ist das Risiko?

Hoch. Die Angriffe laufen in Deutschland und sind vom BSI bestätigt. Manipulierte Steuerungen können direkt Ware und Betrieb treffen.

So schützen Sie sich

  1. Prüfen, ob Steuerungen, Bedienoberflächen oder Router-Verwaltung aus dem Internet erreichbar sind, und direkten Zugriff sowie Portweiterleitungen abschalten.
  2. Fernwartung nur noch über VPN mit Mehr-Faktor-Anmeldung zulassen.
  3. Standard-Zugänge deaktivieren, starke Passwörter setzen, vorhandene Schutzfunktionen (Blocklisten, Protokollfilter) mit dem Dienstleister aktivieren.
  4. Firmware aktuell halten; Geräte ohne Updates ersetzen.
  5. Diese Prüfungen als feste Routine einplanen.

Quellen

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Stand: 04.11.2026