Security Alert · Social Engineering

Microsoft Teams: Angreifer geben sich als IT-Support aus und missbrauchen Zertifikatsdienste (AD CS)

!Risiko hochVeröffentlicht Aktualisiert
Risikostufe
Hoch
Kategorie
Social Engineering
Betroffene Systeme
Unternehmen mit Microsoft Teams, die Chats und Anrufe externer Organisationen zulassen
besonders Umgebungen mit eigener Zertifizierungsstelle (AD CS)
Abhilfe verfügbar
Externe Teams-Kommunikation einschränken, Quick Assist sperren, AD-CS-Vorlagen (ESC1, ESC8) prüfen und absichern
Quelle
Microsoft Security Blog

Was ist passiert?

Microsoft hat zwei Einbrüche untersucht, bei denen Angreifer Mitarbeitende über Microsoft Teams anschrieben und anriefen und sich dabei als firmeneigener IT-Support ausgaben. Sie überredeten die Nutzer, das Windows-Fernwartungstool Quick Assist zu öffnen und den Verbindungscode durchzugeben. Danach hatten sie direkte Kontrolle über den PC. Über unsicher eingerichtete Zertifikatsvorlagen in den Active Directory Certificate Services (AD CS) besorgten sie sich Anmeldezertifikate für hochprivilegierte Konten, in einem Fall sogar für einen Domain Controller. In einem der Fälle wurden Firmendaten auf einen externen Server kopiert.

Teams selbst hatte keine Sicherheitslücke. Die Angreifer schrieben aus fremden Microsoft-365-Mandanten mit Support-ähnlichen Namen, sodass der Kontakt vertraut wirkte. Entscheidend waren dann falsch konfigurierte AD-CS-Vorlagen (bekannt als ESC1 und ESC8): Damit kann ein normaler Nutzer ein Zertifikat für ein Admin-Konto anfordern. Ein solches Zertifikat funktioniert auch nach einem Passwort-Reset oder dem Neuaufsetzen des ersten PCs weiter.

Wer ist betroffen?

Alle Unternehmen mit Microsoft Teams, die Chats und Anrufe von externen Organisationen zulassen, besonders wenn im eigenen Active Directory eine Zertifizierungsstelle (AD CS) betrieben wird.

Wie hoch ist das Risiko?

Hoch. Die Angriffe laufen, in einem Fall ist ein Datenabfluss bestätigt. Ein einziger überredeter Mitarbeitender kann reichen, damit Angreifer dauerhaften Zugriff auf Admin-Konten erhalten.

So schützen Sie sich

  1. Externe Teams-Kommunikation einschränken: nur freigegebene Partner-Domains zulassen statt allen externen Mandanten.
  2. Klare Regel an alle Mitarbeitenden: Der echte IT-Support fragt nie spontan per Teams nach einem Quick-Assist-Code. Im Zweifel über eine bekannte Nummer zurückrufen.
  3. Quick Assist sperren oder deinstallieren, wenn er nicht gebraucht wird, und nur ein zentral verwaltetes Fernwartungstool nutzen.
  4. AD-CS-Zertifikatsvorlagen prüfen und unsichere Einstellungen (ESC1, ESC8) beheben; Web-Enrollment absichern.
  5. Bei einem Vorfall nicht nur Passwörter zurücksetzen, sondern ausgestellte Zertifikate widerrufen.
  6. Admin-Konten getrennt halten, mit MFA und Conditional Access absichern und Anmeldungen per SOC/MDR überwachen.

Quellen

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Stand: 03.11.2026